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E-Commerce – nachhaltig und zukunftsweisend

Video-Tutorial „Tante Emma 2.0“

01.06.2022 | Ursula Voßwinkel, comkomm GmbH

In der kaufmännischen Ausbildung spielt das Thema E-Commerce eine bedeutende Rolle. Ab sofort stehen dafür online ein erstes Video-Tutorial und interaktive Arbeitsblätter zur Verfügung. Darin geht es um ein nachhaltiges Geschäftsmodell, das den stationären Handel mit dem Onlinehandel verknüpft.

E-Commerce – nachhaltig und zukunftsweisend

Der Onlinehandel boomt. Doch mit Beginn der Corona-Pandemie wurde deutlich: Wer seinen stationären Handel nicht mit dem Onlinehandel verknüpft hatte, war nicht mehr erreichbar und damit auch nicht sichtbar. Mit dem stark wachsenden Onlinehandel nehmen auch die Umweltbelastungen durch enormen Strom- und Kraftstoffverbrauch, die Logistik (vor allem die letzte Meile) und das viele Verpackungsmaterial zu. Von den oft prekären Arbeitsverhältnissen der Lieferdienste ganz zu schweigen. Weitere Aspekte betreffen E-Commerce als Marktplatz, den Onlinehandel und auch den stationären Handel gleichermaßen: Wie nachhaltig sind die angebotenen Waren? Unter welchen sozialen und ethischen Bedingungen werden sie hergestellt? Wie transparent sind die Lieferketten? Und wie verantwortlich handeln die Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette?

Kompetenzerwerb mit interaktiven Lernaufgaben

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Abb.: Auszug aus dem sechsseitigen Arbeitsblatt

Mit diesen Fragen und Widersprüchen zwischen den Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – beschäftigt sich jetzt auch eine Lerneinheit im Bereich E-Commerce des IHK-Zertifikatslehrgangs „Ausbildung trifft Nachhaltigkeit“. Diese sechstägige Weiterbildung will die kaufmännische Ausbildung mit nachhaltigkeitsorientierten Handlungs- und Gestaltungskompetenzen stärken. Mit der Lerneinheit wird ein Beitrag zur neuen Standardberufsbildposition „Digitalisierte Arbeitswelt“ geleistet, die besonders für die kaufmännische Berufsausbildung von großer Bedeutung ist.

Bislang gibt es im E-Commerce eher vereinzelt praktische Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften. Doch gerade Kaufleute können unternehmerische Geschäftsmodelle und Kerngeschäftsprozesse in diesem Sinne gestalten. Sie sind nicht nur im Handel, sondern in vielen Bereichen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Finanzwelt tätig und haben große Einflussmöglichkeiten auf den gesamten Wertschöpfungsprozess.

Die dafür erforderlichen Kompetenzen müssen deshalb bereits in der betrieblichen Ausbildung erworben werden. Die Lehrmaterialen, eine Kombination aus Video und Arbeitsblatt mit entsprechenden Arbeitsaufgaben, dienen den Ausbilderinnen und Ausbildern als praktische Handreichung und sind unmittelbar für die Auszubildenden nutzbar.

Didaktisch-methodischer Ansatz

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Das Video bildet den Einstieg in das Thema E-Commerce und dient als Teaser für diese Lerneinheit. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll die Teilnehmenden des Lehrgangs für Zukunftsthemen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung sensibilisieren und Impulse geben. Bei der Gestaltung wurde an die Grundidee des Weiterbildungskonzepts angeknüpft, in dem ein Problem zuerst mit der fiktiven Unternehmerfamilie Baumann durchgespielt wird. Markus Baumann hat eine Vision. Er will das konventionelle Einzelhandelsgeschäft seiner Großmutter in ein zeitgemäßes Dienstleistungszentrum verwandeln. Als Protagonist redet er im Video im O-Ton, während eine Sprecherin die einzelnen Situationen erläutert. Die Teilnehmenden können verfolgen, welche Überlegungen Markus anstellt und wie er seine Probleme meistert. Sie sollen verstehen, dass das Thema E-Commerce zur Unterstützung des stationären Einzelhandels künftig überlebenswichtig sein wird. Besonders in ländlichen Regionen sind kreative Geschäftsmodelle gefragt, die nicht nur den Onlineshop betreffen.

Die Story

Markus schwebt ein nachhaltiges Geschäftsmodell vor. Der Verbrauchermarkt soll sich auf die neuen Bedürfnisse seiner Kundinnen und Kunden einstellen und dabei die regionalen Strukturen stärken. Die Geschichte beginnt mit der Problemeröffnung, wenn sich Gisela Baumann fragt: „Gibt es in Zukunft noch kleine stationäre Einzelhandelsgeschäfte?“ Die Zuschauenden erfahren dann, dass es vor allem darum geht, die richtige Zukunftsfrage zu stellen, nämlich: „Welche Kundinnen und Kunden können wir in Zukunft ansprechen und welche Rolle übernehmen wir dabei?“

Nachhaltigkeit wird als ein wichtiges Positionierungsmerkmal des neuen Geschäftsmodells verdeutlicht, das eng mit den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, den SDGs (Sustainable Development Goals) verbunden ist. In der Story wird auf SDG 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen) und SDG 17 (Partnerschaften zum Erreichen der Ziele) hingewiesen.

Nach dem positiven Ausgang der Story leitet ein Link bzw. QR-Code direkt zur Projektwebsite weiter, wo das Arbeitsblatt mit Faktenwissen und Kriterien für einen nachhaltigen Onlineshop zu finden ist.

Weitere Informationen

Mehr über den Modellversuch „Integration nachhaltiger Entwicklung in die Berufsbildung INEBB2“ kann man auf der Webseite www.ihk-projekt.de/inebb/ erfahren. Dort stehen auch die Arbeitsmaterialien für die kaufmännische Ausbildung zur Verfügung.

Ansprechpartnerin bei der IHK-Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg ist Kim-Isabel Kienle (kienle@ihk-projekt.de)

INEBB2 gehört zu den Modellversuchen „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2020-2022“ und wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Website: www.bbne.de

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