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Corona-Pandemie: ÜBS können mit BMBF-Förderung entwickelte digitale Angebote nutzen und neue Projektideen einreichen

15.05.2020

Aufgrund der Erfahrungen mit der Corona-Pandemie kommt digitalen Lernangeboten ein noch höherer Stellenwert zu. Auch für den Lehrbetrieb in Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) gibt es einige Online Angebote, die in der ÜBS-Förderung entwickelt wurden und bundesweit genutzt werden können. Auch steht das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung offen für neue Projektideen.

Corona-Pandemie: ÜBS können mit BMBF-Förderung entwickelte digitale Angebote nutzen und neue Projektideen einreichen

Für eine qualitativ hochwertige Ausbildung in Deutschland sind die überbetrieblichen Bildungsstätten (ÜBS) von essentieller Bedeutung. Durch ihre Angebote in der überbetrieblichen ergänzenden Ausbildung (ÜBA) unterstützen sie insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Qualifizierung ihrer Fachkräfte. Die ÜBS übernehmen Teile der Praxisausbildung in verschiedenen Branchen, insbesondere im Handwerk oder der Bauwirtschaft. Sie bieten Präsenzangebote, in denen sie fachspezifische Kompetenzen vermitteln und Fertigkeiten trainieren.

Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus mussten die ÜBS ihren Lehrbetrieb von Mitte März bis Anfang Mai 2020 bundesweit einstellen. Seitdem nehmen die ÜBS in allen Bundesländern ihr Lehrgangsangebot sukzessive und unter Berücksichtigung geltender Hygiene- und Abstandsregelungen wieder auf.

Damit das Ausbildungssystem weiterhin gut funktioniert, kommt dem bundesweiten Netz von überbetrieblichen Bildungs- und Kompetenzzentren sowohl in als auch nach der Corona-Krise eine wesentliche Bedeutung als Ausbildungsgestalter zu. Einen Beitrag dazu können digitale Lernangebote leisten. 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert sowohl die Weiterentwicklung von ÜBS zu Kompetenzzentren als auch Pilotprojekte, in denen Ausbildungskurse digital angereichert und z. B. Online-Lernmodule entwickelt werden.

Bestehende Online-Angebote für ÜBS

Online-Module oder auch webbasierte Lernplattformen, die bereits mit BMBF-Förderung entwickelt wurden, stehen ÜBS bundesweit offen und können sie darin unterstützen, Lehrgänge digital durchzuführen. In der Regel machen die Angebote eine tutorielle Betreuung durch die Ausbilderinnen und Ausbilder erforderlich. Es bestehen Lernangebote für Auszubildende und Ausbildungspersonal.

Im Pilotprojekt „HAND“ entwickelte das Kompetenzzentrum für Versorgungstechnik des Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Osnabrück der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim frei zugängliche Online-Kurse für den Ausbildungsberuf SHK-Anlagenmechaniker*in. Die Kurse sind zugänglich über eine Lernplattform.

Das Netzwerk „ELKOnet“, ein Verbund von sechs Kompetenzzentren der Elektro- und Informationstechnik, bietet über die Plattform ueba.elkonet.de Module zum Online-Lernen an: Dazu gehören drei Kurse für den Ausbildungsberuf Elektroniker*in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, die das Pilotprojekt „Innovation4E-Handwerk“ des Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V. Dresden erstellte. Ebenfalls im Angebot sind mehrere Kurse für die Ausbildungsberufe Elektroniker*in Fachrichtung Automatisierungstechnik und Elektroniker*in für Maschinen und Antriebstechnik, die das Elektro Technologie Zentrum Stuttgart im Pilotprojekt „ETAEMA 4.0“ konzipierte.

Die aus dem Pilotprojekt „DIGI-SEC“ des Kompetenzzentrums für Sicherheits- und Schließtechnik der Handwerkskammer Erfurt entsprungene virtuelle Werkstatt ermöglicht Auszubildenden, sich im Blended-Learning-Verfahren Wissen über die Gebäudeleit-, Schließ- und Sicherheitstechnik anzueignen und gleichzeitig in entsprechenden Übungseinheiten zu arbeiten.

Das Kompetenzzentrum für digitale Zahntechnik der Handwerkskammer Freiburg erstellte im Pilotprojekt „DentalDigital3“ Online-Module z. B. zum Thema Implantat-Technologie für den Ausbildungsberuf Zahntechniker*in. Interessierte finden diese auf der E-Learning-Plattform der Handwerkskammer.

Dozentinnen und Dozenten erhalten vom Kompetenzzentrum Bürokaufleute online der Handwerkskammer Dortmund auf dem Online-Portal „Überbetriebliche Ausbildung für Büromanagementkaufleute im Handwerk“ eine umfassende didaktisch-methodische Ausstattung zur Durchführung handlungsorientierter Lernsequenzen. 

Für den Zugriff auf die vorgestellten Lernplattformen ist eine vorherige Anmeldung notwendig. Die Nutzung ist teilweise kostenpflichtig.

Neue Projektideen gesucht

Das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung steht auch weiterhin offen für Projektideen der ÜBS. Entwickelt werden können z. B. online nutzbare überbetriebliche Ausbildungsinhalte, wenn diese − auch über die aktuelle Situation hinaus − Bedarfe der ÜBS und der Wirtschaft aufgreifen. Projektskizzen können jeweils bis zum 30.06.2020, 31.12.2020 und 30.06.2021 eingereicht werden. Ziel der Förderung ist die Integration zukunftsweisender Technologien in die überbetriebliche Ausbildung. Im Vordergrund der Projekte stehen Impulse für zukunftsorientiertes Ausbilden, der konzeptionell begründete Technologietransfer in die Ausbildung sowie die Qualifizierung des Bildungspersonals. 

Auch für die gezielte Verstärkung digitaler Ausstattung von ÜBS steht das Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung weiterhin offen.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Förderung finden Sie unter bibb.de/uebs-digitalisierung.

Auf der ÜBS-Themenseite des BMBF finden Sie eine Übersicht zu weiteren Unterstützungs- und Flexibilisierungsmöglichkeiten für ÜBS.

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