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Wie Sie Ihr interkulturelles Know-how ausbauen

Sich Fremdes vertraut zu machen, gelingt nur, indem Sie sich mit der anderen Kultur auseinandersetzen und dabei auch die eigenen Verhaltensmuster hinterfragen.

Ethnologen und Kulturforscher haben Dimensionen herausgearbeitet, an denen Sie sich orientieren können. 

Unterschiedliches Zeitempfinden

In einigen Kulturen ist Zeit das Maß aller Dinge. In den anderen spielt sie eher eine untergeordnete Rolle. In sogenannten polychronen Kulturen ist es nicht so wichtig, ob man pünktlich kommt oder ob etwas zum vereinbarten Termin fertig wird. In monochronen Kulturen legt man dagegen viel Wert auf Fristeinhaltung und Pünktlichkeit. Sie ahnen es schon: In Deutschland neigt man eher zu letzterem.

Treffen Menschen mit unterschiedlichem Zeitempfinden aufeinander, kann es schon mal schwierig werden. In solchen Situationen hilft Aufklärung: Verdeutlichen Sie Ihren Auszubildenden, welche Zeitregeln und Fristen im Betrieb unverzichtbar sind und warum das so ist. 
     

Gut zu wissen

Die Unterscheidung ist keine Regel, sondern nur eine Richtschnur. Natürlich gibt es auch Deutsche, die es mit Fristen nicht so genau nehmen, und Angehörige anderer Kulturen, die auf die Sekunde pünktlich sind.

Unterschiedliche Kommunikationsstile

Sache oder Person – was ist wichtiger in der Zusammenarbeit? Je nach Kultur kann die Antwort anders ausfallen: In sachorientierten Kulturen, zu denen auch die deutsche zählt, stehen Aufgaben und Ziele im Vordergrund. In beziehungsorientierten Kulturen ist das Miteinander im Fokus. Entsprechend verschieden ist die Kommunikation: sachlich und direkt versus persönlich und beziehungsaufbauend. Wer eine beziehungsorientierte Prägung hat, nimmt direkte sachliche Kritik schnell persönlich und hält seine eigene Meinung zurück, um andere nicht vor den Kopf zu stoßen.

Sensibilisieren Sie Ihre Auszubildenden für die Unterschiede. Erläutern Sie die Feedbackregeln und deren Hintergründe. Manchmal hilft auch ein kurzer einleitender Small Talk, um den Boden für ernstere Gespräche zu bereiten.

Unterschiede in der Körpersprache

Auch in der Körpersprache gibt es kulturelle Unterschiede. Seien Sie besonders vorsichtig mit Gesten. In einigen Ländern können sie eine komplett andere Bedeutung haben und sogar beleidigend wirken. Auch ein Schulterklopfen kann problematisch sein, ebenso zu wenig Abstand. Auf der sicheren Seite sind Sie mit folgenden Regeln: Kommunizieren Sie immer mit Worten und nicht mit Händen und Füßen. Vermeiden Sie Körperkontakt.

Gut zu wissen

Sensibel mit kulturellen Unterschieden umzugehen, heißt nicht, sich selbst zu verbiegen. Es genügt oft schon, wenn beide Seiten verstehen, warum der eine so und die andere eher so handelt.

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