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Willkommen! Den ersten Tag gestalten

Als ausbildende Fachkraft sind Sie für eine ganze Weile die wichtigste Anlaufstelle für Ihre Schützlinge. Gleich am ersten Tag können Sie beweisen, wie gut Sie sich um ihre Belange kümmern.

Stellen Sie sich vor, Sie treten einen neuen Job an und keiner ist da, um Sie willkommen zu heißen. Kein schöner Gedanke. Erst recht nicht für einen jungen Menschen. Für ihn ist Tag Nr. 1 in Ihrem Betrieb vielleicht sogar der erste Kontakt mit dem Arbeitsleben.

Umso wichtiger, dass Sie das Begrüßungsmanagement persönlich übernehmen. Nehmen Sie den oder die Auszubildende mit einem freundlichen Hallo in Empfang. Versuchen Sie, Ihrem Gegenüber mögliche Unsicherheit oder Aufregung zu nehmen.

Gut starten mit einem Willkommensgespräch 

Starten Sie mit einem Begrüßungsgespräch, für das Sie sich viel Zeit nehmen. Es dient vor allem dazu, sich kennenzulernen. Stellen Sie sich vor. Nicht nur in der jeweiligen Funktion, sondern auch als Kollegin oder Kollege. Berichten Sie von Ihrem eigenen Werdegang, Ihren beruflichen Erfahrungen und Erlebnissen. 

Lassen Sie es menscheln – mit der ein oder anderen persönlichen Anekdote. Sie motivieren die Auszubildenden damit, auch etwas über sich zu erzählen. Vielleicht erkennen Sie gemeinsame Interessen. Erkundigen Sie sich auch nach dem bisherigen Ausbildungsverlauf. Hier finden Sie einen Gesprächsleitfaden für das Begrüßungsgespräch

Formalien: So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Im Anschluss an das Kennenlernen erläutern Sie, wie Sie sich die Zusammenarbeit vorstellen. Welche Kollegen und Kolleginnen zuständig sind, wenn Sie nicht da sind. Was Sie von den Auszubildenden erwarten und welche Regeln es zu beachten gilt. 

Vorsicht: Zu viele Dos and Don'ts überfordern Ihr Gegenüber womöglich. Viel wichtiger ist es zunächst, eine persönliche Beziehung aufzubauen. Die Formalien können Sie den Auszubildenden auch als Unterlage zum Durchlesen mitgeben. Nutzen Sie dazu unsere Vorlage Spielregeln für den Praxiseinsatz

Nach dem Willkommensgespräch laden Sie Ihre Auszubildenden zu einem Rundgang durch Ihren Fachbereich, die Abteilung oder die Werkstatt ein, auf dem sie auch die Kolleginnen und Kollegen kennenlernen.

Die Mittagspause: besser gemeinsam als einsam

Es ist Pause und Ihr Auszubildender oder Ihre Auszubildende sitzt ganz alleine da? Das sollten Sie vermeiden. Gehen Sie gemeinsam in die Kantine oder Teeküche. Nutzen Sie die Zeit, sich auch privat besser kennenzulernen. Stellen Sie Kontakte zu anderen Auszubildenden her. 

Praxistipp: Vor Fettnäpfchen schützen

Weisen Sie Auszubildende in ungeschriebene Regeln ein. Duzen oder siezen Sie sich? Gibt es eine Kaffeekasse? Darf das Smartphone am Arbeitsplatz aufgeladen werden?

Wie es weitergeht

Tag Nr. 1 ist für die Auszubildenden verbunden mit vielen neuen Eindrücken. Sie müssen erst einmal verarbeitet werden. Bevor Sie Ihre Auszubildenden abends verabschieden, bieten Sie für den nächsten Tag ein Gespräch an. Dann können alle Fragen, die sich zwischenzeitlich noch ergeben, geklärt werden.

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