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Informationen zur Veranstaltung

GEW-Bundestagung "Wichtiger denn je: Politische Bildung und Professionalisierung"
Datum: 18.06.2020 – 19.06.2020
Veranstalter: GEW-Hauptvorstand, Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung, in Kooperation mit dem DGB-Nord, Schwerin
Veranstaltungsort: Schloss Schwerin (Landtag Mecklenburg-Vorpommern)
Lennéstraße 1
19053 Schwerin
Weitere Infos: www.gew.de

Der Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lädt in Kooperation mit dem DGB Nord zur Tagung „Wichtiger denn je: Politische Bildung und Professionalisierung“ am 18. und 19. Juni 2020 in das Schloss Schwerin, Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, ein.

Bereits im Herbst 2018 hatte die von der GEW mitgetragene „Hofgeismarer Erklärung zur politischen Bildung“ konstatiert: „Gesellschaften in Europa driften auseinander, Parteiensysteme sind erschüttert, globale Entwicklungen verursachen Ängste und Verunsicherung. Viele Menschen suchen Antworten im Rückzug auf nationale Räume, illiberale und autoritäre Führungen. Menschenverachtung und Hass verbreiten sich in den vermeintlich „sozialen“ Medien. Eine große Distanz und Ablehnung von politischen Akteuren, Institutionen, Medien und öffentlichen Diskursen bedrohen demokratische Verfahren. Diese Phänomene spiegeln gesellschaftliche Konflikte und verweisen zugleich auf offenkundige Defizite und einen dringenden Handlungsbedarf zur Stärkung Politischer Bildung in der Schule.“

Der im Grundgesetz verankerte Erziehungs- und Bildungsauftrag impliziert insbesondere für die Berufsschule als Ort der Fachklassen des Dualen Systems die Notwendigkeit berufsfeldübergreifende sowie allgemeinbildende Kompetenzen und Inhalte zu vermitteln und in diesem Sinne die Persönlichkeit der Lernenden zu fördern. Mit Blick auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag sind insbesondere von der Arbeitgeber- und Wirtschaftsseite latent geäußerte Begehren der ausschließlichen Ordnung der Bildungsinhalte unter die Maßgabe der beruflichen Qualifikation bzw. der wirtschaftlichen Bedarfslagen zurückzuweisen. In gleicher Weise wird erkennbar, dass die im vergangenen Sommer verabschiedete „Nationale Weiterbildungsstrategie“ ihre bisherige Engführung auf die berufliche zugunsten der allgemeinen und politischen Weiterbildung erweitern muss, soll tatsächlich eine neue „Weiterbildungskultur“ bewegt werden.

Dass und in welcher Form die für den Bereich der Schule vorgetragene Erkenntnis auch und gerade auf den Gebieten der beruflichen Bildung sowie der Weiterbildung gelten, ist ebenso Gegenstand der Tagung wie die immer wieder bemühte Forderung einer verstärkten Professionalisierung des Bildungspersonals, um die gesellschaftlich erwünschte Qualität von Bildungsprozessen zu erreichen.

Im Einstiegsreferat wird die Bielefelder Sozialwissenschaftlerin Bettina Zurstrassen die Rolle und den Stellenwert der Politischen Bildung in der Berufs- und Erwachsenenbildung beschreiben und die Frage stellen, welche Veränderungen hier in einer zukunftsfähigen Gesellschaft erforderlich sind. Anschließend wird diese Frage in den einzelnen Foren auf die Lehr-Lern-Experimente und den Beutelsbacher Konsens, auf die Bildung beruflicher Lehrkräfte und die politische Erwachsenbildung heruntergebrochen.

Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Dieter Nittel wird im zweiten Hauptvortrag die Notwendigkeit einer Professionalisierung und die erkennbaren Tendenzen einer Deprofessionalisierung für das Personal an beruflichen Schulen demjenigen in der beruflichen Weiterbildung gegenüberstellen. Die anschließende zweite Forenrunde widmet sich den Professionalisierungsbemühungen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung u.a. vor dem Hintergrund der „Nationalen Weiterbildungsstrategie“, den Veränderungen, die infolge einer inklusiven beruflichen Bildung für eine Schule der Vielfalt geboten erscheinen sowie der Stärkung der Berufsschule in der als notwendig erachteten Neuordnung des Prüfungswesens.

Jeweils ein Forum beschäftigt sich an beiden Tagen mit der besonderen Situation der Fachpraxislehrkräfte sowie deren Ausbildung im Schuldienst der sechzehn Länder.
Zum Abschluss der Veranstaltung wird Ansgar Klinger, Leiter des Organisationsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung der GEW, die Ergebnisse der Tagung zusammenfassen und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen der GEW formulieren.