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Ausbildungsprämien: Interview mit BIBB-Präsident Esser im Deutschlandfunk

07.07.2020

Eine staatliche Prämie für ausbildende Betriebe soll den Fortbestand möglichst vieler Ausbildungsplätze im Coronajahr sichern. Der Präsident des Bundesinstitutes für Berufsbildung, Prof. Friedrich Hubert Esser, äußerte sich dazu im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Ausbildungsprämien: Interview mit BIBB-Präsident Esser im Deutschlandfunk

Einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zufolge wird es im Zuge der Corona-Pandemie in diesem Jahr etwa sieben Prozent weniger Lehrstellen geben als im Vorjahr. Friedrich Hubert Esser ist jedoch zuversichtlich, dass sich das im Laufe der kommenden Monate noch ändern kann, da die wirtschaftliche Tätigkeit in vielen Branchen wieder anspringe. Esser zeigt sich daher „etwas optimistisch“, dass man nicht von einem verlorenen Corona-Jahrgang sprechen müsse. Er weist allerdings auch darauf hin, dass es dazu vielleicht mehr brauche als Ausbildungsprämien. Ob eine Prämie von wenigen tausend Euro den Ausschlag für einen angeschlagenen Betrieb geben würde, Auszubildende aufzunehmen, „das wird sich zeigen“, so Esser im Gespräch mit Benedikt Schulz vom Deutschlandfunk. Gegebenenfalls müsse man hier im Herbst noch einmal mit anderen Anreizen nachlegen, um die Ausbildungsfähigkeit der Betriebe wirklich abzusichern.

Durch Schließungen zum Schutz vor der Corona-Pandemie sind für viele Auszubildende Tage und Wochen in Betrieben und Berufsschulen ausgefallen. Hier habe Corona Defizite aufgezeigt, unter anderem mit Blick auf die verfügbaren Medien für Fernunterricht und die entsprechende Medienkompetenz der Lehrenden. Da müsste die deutsche Berufsbildungs-Landschaft viel nachholen, so Esser.

Weitere Informationen

Eine Aufzeichnung des Gesprächs finden Sie in der Dlf-Audiothek.

Auf foraus.de: Kabinett beschließt Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“