BP:
 

Von der Corona-Krise betroffene Betriebe haben weniger Auszubildende übernommen

23.02.2022

Ausbildungsbetriebe, die durch die Covid-19-Pandemie wirtschaftliche Einbußen hinnehmen mussten, haben im Jahr 2020 deutlich seltener Jugendliche nach ihrer Ausbildung übernommen, als vor dem ersten Lockdown 2020. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Von der Corona-Krise betroffene Betriebe haben weniger Auszubildende übernommen

Die Übernahmequote in Betrieben, die von der Pandemie wirtschaftlich negativ betroffen waren, sank nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie um 9,6 Prozentpunkte - im Vergleich zu nicht betroffenen Betrieben. Das IAB teilt in einer Pressemitteilung mit, dass mehr als jeder fünfte Ausbildungsbetrieb im Jahr 2020 mit starken oder sehr starken negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu kämpfen hatte. Insbesondere Ausbildungsbetriebe im Gastgewerbe hätten am häufigsten negative Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gespürt, gefolgt von Betrieben im Bereich Transport und Logistik.

Grundlage der IAB-Studie (IAB-Kurzbericht Nr. 4, 22.02.2022) bildet das IAB-Betriebspanel - eine repräsentative Befragung, an der jährlich etwa 16.000 Betriebe teilnehmen. Zu den Ergebnissen der Publikation sagt IAB-Forscherin Sandra Dummert: "Ausgebildete Fachkräfte nicht übernehmen zu können, bedeutet für die Betriebe einen Verlust ihrer Investition in die Ausbildung und eine mögliche Verschärfung des Fachkräftemangels, sobald sich die Wirtschaft nach der Pandemie wieder erholt."

Aufgrund der Covid-19-Pandemie seien zudem insgesamt weniger Jugendliche ausgebildet worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zahl der Auszubildenden zwischen Juni 2019 und Juni 2020 reduziert hat, ist in wirtschaftlich negativ von der Pandemie betroffenen Betrieben im Vergleich zu nicht betroffenen Betrieben um 7,7 Prozentpunkte gestiegen. "Da neue Ausbildungen meist erst ab August beziehungsweise September beginnen, deutet dieser Effekt darauf hin, dass es wegen der Pandemie nach dem ersten Lockdown in einigen Fällen zu Auflösungen von bereits vor der Pandemie bestehenden Ausbildungsverträgen gekommen sein könnte", erklärt Matthias Umkehrer, Mitautor der IAB-Studie.

(Quelle: IAB-Pressemitteilung vom 22.02.2022)

Weitere Informationen

IAB-Studie (IAB-Kurzbericht Nr. 4, 22.02.2022)

Seien Sie beim BIBB-Kongress 2022 dabei!