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Berufsbildende Schulen brauchen bis 2025 knapp 22.000 zusätzliche Lehrkräfte

14.03.2018

Knapp 22.000 zusätzliche Lehrkräfte brauchen die berufsbildenden Schulen bis 2025. Bis zu diesem Zeitpunkt werden fast 340.000 Schülerinnen und Schüler mehr an berufsbildenden Schulen lernen als bisher von der Kultusministerkonferenz (KMK) berechnet, so die Ergebnisse der Studie "Prognose der Schüler*innenzahl und des Lehrkräftebedarfs an berufsbildenden Schulen bis 2030", die der Bildungsforscher Dieter Dohmen im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erstellt hat.

Berufsbildende Schulen brauchen bis 2025 knapp 22.000 zusätzliche Lehrkräfte

"Die höhere Schülerzahl bedeutet, dass auch die Bildungsausgaben kräftig steigen müssen: Allein im Jahr 2025 muss die öffentliche Hand mindestens 1,6 Milliarden Euro mehr ausgeben. Davon entfallen gut 1,3 Milliarden Euro auf die Länder und knapp 300 Millionen Euro auf die Landkreise sowie kreisfreien Städte als Schulträger. Und mit diesem Geld können nur die Standards gehalten werden, notwendige Verbesserungen sind nicht mit eingerechnet", betont Ansgar Klinger, für Berufliche Bildung verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Um zusätzliche Lehrkräfte zu gewinnen, müssten die Länder den Lehrerberuf an berufsbildenden Schulen wieder attraktiver gestalten. Bessere Rahmenbedingungen brauchten auch die Lehrerinnen und Lehrer, die an berufsbildenden Schulen arbeiten.

"Doch das allein wird nicht reichen. Die Länder müssen für mehrere Jahre Quer- und Seiteneinsteiger einstellen und die Lehramtsausbildung ausbauen, um den Bedarf an Lehrkräften zu decken", stellte Klinger fest. "Die Quer- und Seiteneinsteiger müssen sofort berufsbegleitend nachqualifiziert und durch Mentoringprogramme unterstützt werden. Dafür brauchen wir bundesweit Mindeststandards. Lehrkräfte, die Quer- und Seiteneinsteiger ausbilden und betreuen, müssen entlastet werden, die ausbildenden Schulen Unterstützung erhalten. Nur so kann die Qualität des Unterrichts gesichert werden." Quer- und Seiteneinsteiger haben keine abgeschlossene Ausbildung als Lehrkräfte, sie müssen insbesondere pädagogische und didaktische Qualifikationen erwerben.

Zudem müssten die Länder ihre Investitionen in die grundständige Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für berufliche Schulen an den Hochschulen und in den Vorbereitungsdienst deutlich erhöhen sowie die Ausbildungskapazitäten hochfahren. Die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern solle hierbei unterstützen. Dazu gehöre u.a. die (Wieder-)Einrichtung von Lehrstühlen in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie der Didaktik der beruflichen Fächer. "Eine länderübergreifende Zusammenarbeit in der Ausbildung von Lehrkräften der beruflichen Schulen ist notwendiger denn je", hob Klinger hervor.

Zum Hintergrund: Die vorgelegten Daten beziehen sich auf die Gesamtheit der 16 Bundesländer. Zwischen den Stadtstaaten und den Flächenländern, aber auch zwischen den Regionen in den Flächenländern gibt es deutliche Abweichungen gegenüber dem aufgezeigten deutschlandweiten Trend.

Bislang ging die KMK in ihren Veröffentlichungen von einem Rückgang der Zahl der Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen auf gut 2,1 Millionen bis zum Jahr 2025 aus. Neuere Studien Dohmens zeigen jedoch, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen mittelfristig steigt. Selbst bis zum Jahr 2030 wird sie auf dem vergleichsweise hohen Niveau von gut 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler bleiben.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der GEW vom  09.03.2018

Download der Studie als PDF-Datei