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Immer mehr Geflüchtete absolvieren eine Berufsausbildung

Ende 2017 waren bei den deutschen Industrie- und Handelskammern insgesamt 9.306 Auszubildende aus den Hauptherkunftsländern Geflüchteter registriert, ein Jahr zuvor nur 3.904. Für das laufende Jahr erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erneut ein deutliches Plus.

Immer mehr Geflüchtete absolvieren eine Berufsausbildung

Die Erfahrungen der Betriebe und auch die der Mitglieder des 'Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge' zeigten, dass junge Geflüchtete oft eine intensivere Förderung benötigten, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Die Sprachkenntnisse reichten häufig noch nicht aus, um dem Berufsschulunterricht zu folgen, erläuterte er. "Insbesondere kleine und mittelständische Betriebe unterstützen ihre Auszubildenden zwar, sind aber zugleich personell nicht in der Lage, das alleine zu schultern." Darum bräuchten sie und ihre Auszubildenden weitere Partner und Angebote.

In einem IHK-Ausbildungsverhältnis befanden sich Ende 2017 bundesweit 9.306 Menschen aus den acht Hauptherkunftsländern Geflüchteter, also aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Eritrea, Iran, Nigeria, Somalia oder Pakistan (Ende 2016: 3.904 junge Frauen und Männer, plus 238 Prozent). Die meisten von ihnen kamen aus  Afghanistan (3.474, plus 259 Prozent im Vorjahresvergleich), Syrien (2.659, plus 339 Prozent), dem Irak (805, plus 162 Prozent) und aus Eritrea (708, plus 203 Prozent).

Dercks empfiehlt, dass die neue Bundesregierung noch vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres im Herbst die gesetzlichen Regelungen so ändert, dass alle Geflüchteten mit Abschluss eines Ausbildungsvertrages auch Zugang zur Ausbildungsförderung haben. Zudem sei aus Sicht der Unternehmen eine bundesweit einheitliche und transparente Anwendung der "3+2-Regelung" entscheidend. Das bedeutet, dass die Flüchtlinge unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus zwei Jahre über ihre Lehre hinaus in Deutschland arbeiten dürften.

Weitere Informationen

Pressemitteilung des DIHK vom 14.03.2018