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Ausbildungsordnungen von elf Metall- und Elektroberufen an digitalen Wandel angepasst

19.06.2018

Die industriellen Metall- und Elektroberufe stehen wie kaum eine andere Berufsgruppe im Blickfeld, wenn es um die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt geht. Daher hat das BIBB gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im Auftrag der Bundesregierung die Ausbildungsordnungen von elf Metall- und Elektroberufen an die neuen Herausforderungen angepasst.

Ausbildungsordnungen von elf Metall- und Elektroberufen an digitalen Wandel angepasst

Mit dem Inkrafttreten der Änderungen zum 1. August 2018 werden Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit feste Bestandteile der Ausbildung. Eine Reihe von wählbaren Zusatzqualifikationen gibt den im Digitalisierungsprozess unterschiedlich aufgestellten Betrieben zudem die Möglichkeit, gezielt Kompetenzen für den digitalen Wandel aufzubauen.

Wie rigoros der Wandel in den Ausbildungsbetrieben ist, hängt vom Tempo der digitalen Veränderungen ab. Faktoren wie Produktzyklen, Investitions- und Innovationsverhalten variieren - und damit auch der Handlungsdruck zur Modernisierung der Ausbildungen. Die Änderungsverordnungen schaffen dafür durch mögliche Zusatzqualifikationen noch mehr Spielraum.

Für alle Berufe neu ist die integrativ während der gesamten Ausbildungszeit zu vermittelnde Berufsbildposition "Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit". Außerdem wurden in den Berufsbildpositionen "Betriebliche und technische Kommunikation" sowie "Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme im Einsatzgebiet" Änderungen in die Ausbildungsordnungen eingearbeitet. Die nachzuweisenden Qualifikationen werden im Teil 2 der gestreckten Abschlussprüfung berücksichtigt. Parallel und daran angelehnt erfolgte die Überarbeitung der Rahmenlehrpläne für die Berufsschulen.
Überarbeitet wurden neben dem Mechatroniker/der Mechatronikerin die Metallberufe

  • Anlagenmechaniker/-in
  • Industriemechaniker/-in
  • Konstruktionsmechaniker/-in
  • Werkzeugmechaniker/-in
  • Zerspanungsmechaniker/-in

sowie die Elektroberufe

  • Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik
  • Elektroniker/-in für Betriebstechnik
  • Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme
  • Elektroniker/-in für Geräte und Systeme
  • Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik

Darüber hinaus wurden neue Zusatzqualifikationen entwickelt: Für die Metallberufe sind dies die Zusatzqualifikationen Prozessintegration, Systemintegration, IT-gestützte Anlagenänderung sowie additive Fertigungsverfahren, für die Mechatroniker Programmierung, IT-Sicherheit, digitale Vernetzung und additive Fertigungstechniken sowie für die Elektroberufe Programmierung, IT-Sicherheit und digitale Vernetzung.

Alle Zusatzqualifikationen werden mit einem empfohlenen zeitlichen Umfang von jeweils acht Wochen vermittelt und in der Abschlussprüfung durch ein fallbezogenes Fachgespräch geprüft. Diese optionalen und gesondert zertifizierten Ausbildungsinhalte sind zugleich ein attraktives Angebot für Auszubildende, ihre Qualifikationen um neue, besonders nachgefragte Kompetenzen zu erweitern. Die Zusatzqualifikationen verbessern darüber hinaus die Startmöglichkeiten für die berufliche Weiterbildung der Fachkräfte.

In der BIBB-Reihe "Ausbildung Gestalten" werden zurzeit gemeinsam mit Sachverständigen unter Federführung des BIBB Umsetzungshilfen für Ausbildungsverantwortliche erstellt. Für Prüfungsausschussmitglieder arbeitet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) an einer entsprechenden Handreichung.

Weitere Informationen

www.bibb.de/neue-berufe

Ansprechpartner im BIBB:
für die Metallberufe: Axel Kaufmann
für die Elektroberufe: Gert Zinke

BIBB-Pressemitteilung vom 19.06.2018