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Enquete-Kommission Berufliche Bildung: Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen übergeben

25.06.2021

Nach fast dreijähriger Arbeit hat die Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" am Dienstagvormittag ihren Abschlussbericht an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) übergeben. Der mit Anlagen mehr als 600 Seiten starke Bericht wurde bereits Ende Mai einstimmig von dem Gremium beschlossen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) dankte den anwesenden Mitgliedern und Sachverständigen für ihr Herzblut bei der Arbeit und sagte mit Blick auf die Folgen der Pandemie, der Bericht komme "zur rechten Zeit".

Enquete-Kommission Berufliche Bildung: Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen übergeben
Die Vorsitzende der Enquete-Kommission zur beruflichen Bildung in der digitalen Arbeitswelt, Antje Lezius (links), übergab den Abschlussbericht der Kommission an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Die Vorsitzende des Gremiums, Antje Lezius (CDU), lobte am Dienstagmittag bei der öffentlichen Vorstellung des Berichts im Berliner Paul-Löbe-Haus die konstruktive, fraktionsübergreifende Arbeit aller 19 Abgeordneten und 19 Sachverständigen in den mehr als 120 Sitzungen, auch nach der Umstellung auf die digitale Arbeitsweise. 

Die mit der Digitalisierung verbundenen langfristigen Veränderungsprozesse betreffen etwa die Berufsbilder, die Anpassung von Ausbildungsordnungen aufgrund von veränderten Produktionsprozessen, aber auch den Einsatz von digitalen Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, heißt es im Bericht. Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt sei eine Stärkung der ausbildenden Unternehmen und der berufsbildenden Schulen zum Erhalt bestehender Ausbildungsverträge und der Ermöglichung neuer Ausbildungsangebote erforderlich. Für eine ausreichende Nachfrage gelte es, junge Menschen noch stärker auf die mit der beruflichen Bildung verbundenen Chancen auf eine zukunftssichere Beschäftigung und Einkommens- und Karriereperspektiven, die der akademischen Qualifizierung gleichwertig sind, hinzuweisen, schreibt das Gremium weiter. 

Neben Erklärungen zum Auftrag und den Zielen der Kommission und Informationen zum Berufsbildungssystem in Deutschland bilden die Berichte der Projektgruppen die Grundlage der neun Kapitel. In zwei Phasen hatten sich die Abgeordneten und Sachverständigen aus Wissenschaft und Praxis mit den Themenbereichen "Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die berufliche Bildung", "Anforderungen der digitalen Arbeitswelt an die Ausbildung im Betrieb und an die berufsbildenden Schulen", "Weiterbildung, duales Studium und lebensbegleitendes Lernen", "Attraktivitätssteigerung, Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung", "Zu- und Übergänge sowie Integration besonderer Gruppen" sowie mit der „Finanzierung der Aus- und Weiterbildung“ befasst. Auch ein Kapitel zu den Erfahrungen und Erwartungen junger Menschen bei der Berufswahl ist Teil des Berichts. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind zudem Empfehlungen zum Umgang mit den Folgen der Krise aufgenommen worden.

Weitere Informationen

Bericht der Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt

Quelle: hib - heute im bundestag Nr. 825 vom 22.06.2021

Die im Juni 2018 vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" hatte den Auftrag, die Entwicklungsperspektiven der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der künftigen Arbeitswelt zu analysieren, die ökonomischen und sozialen Potentiale einer Modernisierung zu prüfen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Enquete-Kommission setzt sich aus 19 Abgeordneten und 19 Sachverständigen aus Praxis, Verbänden und Wissenschaft zusammen.

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