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Berufsbildungsbericht 2022 und ergänzender BIBB-Datenreport veröffentlicht

11.05.2022

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Berufsbildungsbericht 2022 der Bundesregierung veröffentlicht. Zeitgleich erschien der ergänzende BIBB-Datenreport, und der Hauptausschuss des BIBB veröffentlichte seine Stellungnahme.

Berufsbildungsbericht 2022 und ergänzender BIBB-Datenreport veröffentlicht

Der Berufsbildungsbericht 2022 der Bundesregierung ist am heutigen Mittwoch im Anschluss an die Verabschiedung im Bundeskabinett vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlicht worden. Parallel dazu erschien der ergänzende BIBB-Datenbericht, und der Hauptausschuss des BIBB veröffentlichte seine Stellungnahme. Diese hatte der BIBB-Hauptausschuss zuvor in seiner Sitzung am 1. April 2022 auf der Grundlage des vom BMBF vorgelegten Entwurfs des Berufsbildungsberichts verabschiedet.

In seiner gemeinsamen Stellungnahme würdigt der BIBB-Hauptausschuss, dass Aus- und Weiterbildung sowie die Umsetzung der Prüfungen auch im vergangenen Jahr trotz der Widrigkeiten durch die Coronapandemie überwiegend gelungen seien. Dennoch bleibe die Situation auf dem Ausbildungsmarkt herausfordernd und die Gefahr einer Abwärtsspirale bei den Neuverträgen sei nicht gebannt. Für eine langfristige Erholung des Ausbildungsgeschehens sei es unter anderem notwendig, wieder mehr Betriebe für die Ausbildung und mehr Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze zu gewinnen sowie das passgenaue Zusammenführen von Angebot und Nachfrage weiter zu verbessern.

Der BIBB-Hauptausschuss hat die gesetzliche Aufgabe, die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung zu beraten. Dazu gehört laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) auch die Stellungnahme zum Entwurf des Berufsbildungsberichts. Der Hauptausschuss ist zu gleichen Teilen mit Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen besetzt.

BIBB veröffentlicht Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2022

Parallel zum Erscheinen des Berufsbildungsberichts der Bundesregierung hat das BIBB den Datenreport 2022 veröffentlicht. Der Datenreport enthält umfassende Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung in Deutschland und ergänzt den Berufsbildungsbericht .

Aus Anlass der Veröffentlichungen erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser:

„Die berufliche Bildung steht auch in diesem nun schon dritten Corona-Jahr vor enormen Herausforderungen. Erfreulich ist, dass sich aktuell die Erholung bei der Entwicklung der Zahl der angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze weiter fortsetzt. Denn im April wurden der Bundesagentur für Arbeit mehr Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahr. Gleichzeitig hält aber auch der Trend weiter an, dass sich immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene um einen dualen Ausbildungsplatz bewerben und akademische Bildungswege bevorzugen. Dies lässt meine Sorge um die Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs in wichtigen systemrelevanten Bereichen unserer Wirtschaft größer werden. Auch die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sind in Deutschland bereits deutlich zu spüren.

Die Analysen des BIBB-Datenreports zeigen, wie wichtig es ist, über die Berufe mit Dienstleistungs- und Wissenschaftsausprägung hinaus auch die Bedeutung handwerklicher und gewerblich-tech­nischer Berufe für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft zu erkennen und die bildungspolitische System­steuerung danach auszurichten. Wenn die Transformation gelingen soll, brauchen wir beide gleichermaßen: beruflich und akademisch Qualifizierte. Deshalb müssen wir gerade jetzt mehr für die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung tun. Ziel muss es sein, beide Gruppen durch alle Bildungsprozesse im Lebensverlauf gleichwertig zu fördern und damit das Ansehen dieser Berufe in der Gesellschaft, vor allem hinsichtlich ihres Bildungspotenzials und der mit ihnen verbundenen Karriereperspektiven, wieder zu steigern.“

Nach den Zahlen und Analysen des BIBB-Datenreports hat sich im Jahr 2021 die Lage auf dem Ausbildungsmarkt nur leicht entspannt. Das Niveau von vor der Coronapandemie wurde jedoch bei Weitem nicht erreicht. So wurden nach den Ergebnissen der BIBB-Erhebung zum 30.09.2021 insgesamt 473.100 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, 5.600 (+1,2 %) mehr als im Vorjahr. Die Zahl fiel aber immer noch um 52.000 niedriger aus als 2019 (525.000 Verträge). Das Ausbildungsangebot lag 2021 bei 536.200. Das sind 8.800 (+1,7 %) mehr als 2020, aber 41.900 (-7,3 %) weniger als 2019 vor der Coronapandemie.

Die Zahl der jungen Menschen, die 2021 eine duale Berufsausbildung nachfragten, ging im Vergleich zum Vorjahr um 4.800 (-0,9 %) auf 540.900 zurück. Gegenüber 2019 ist ein Rückgang um 57.900 (-9,7 %) zu verzeichnen. Die Ausbildungs­platznachfrage erreichte damit einen neuen Tiefstand seit 1992, als erstmals Daten für das wiedervereinigte Deutschland vorlagen.

Das Schwerpunktkapitel des BIBB-Datenreports widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Fachkräftesicherung und qualifizierte Zuwanderung“.

(Quelle: Pressemitteilungen des BIBB vom 11.05.2022)

Weitere Informationen

Der Berufsbildungsbericht 2022 der Bundesregierung kann heruntergeladen werden unter www.bmbf.de/berufsbildungsbericht

Die gemeinsame Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses sowie die ergänzenden Voten der Gruppen der Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder im Wortlaut finden Sie als PDF-Datei unter www.bibb.de/dokumente/pdf/stellungnahmezumbbb2022.pdf

Der BIBB-Datenreport kann als vorläufige Fassung im PDF-Format unter www.bibb.de/datenreport-2022 kostenlos heruntergeladen werden. Die Printversion wird voraussichtlich im Juli/August zur Verfügung stehen.

 

 

 

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