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Auf Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten eingehen

Auf Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten eingehen

Der Leistungsstand von Auszubildenden kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt leistungsstarke, durchschnittliche und auch leistungsschwache Auszubildende.

Schlechte Ausbildungsergebnisse sind allerdings kein Kündigungsgrund. Aufgrund der gesetzlichen Ausbildungspflicht ist daher pädagogisches Handeln erforderlich. Es muss also darüber nachgedacht werden, wo die Ursachen liegen und mit welchen individuellen Fördermitteln das Ausbildungsziel erreicht werden soll.

In welchem Zusammenhang stehen Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten?

Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten sind oft miteinander verbunden. Für lernschwache Auszubildende ist beim Lösen von Aufgaben die Gefahr des Versagens besonders groß. Um sich davor zu schützen, zeigen häufig Desinteresse und Unlust. Daher können neben erkennbaren Leistungsdefiziten auch Verhaltensprobleme ein Hinweis auf Lernschwierigkeiten sein.

Außerdem können Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten auch durch das Elternhaus oder den Freundes- und Bekanntenkreis bedingt sein. Dabei kann es sich um Beziehungsprobleme, finanzielle Schwierigkeiten, Suchtprobleme oder mangelnde Integration bei ausländischen Auszubildenden handeln.

Grafik: Ein schwarzer Pfeil von links nach rechts, der in seinem Verlauf eine Schleife macht. Entlang des Pfeils sind die Entwicklungstadien von Lernschwierigkeiten in Form von Textkästen aufgezeigt. Von links nach rechts in der Reihenfolge: Leichter Defekt, Unverständnis, Ängste, Resignation, Vermeidunsstrategien, Sanktionen, Lerndefizite, Versagensängste, Lernblockaden, größere Wissenslücken, Zerstörtes Selbstbewusstsein, Unlust und Desinteresse.
Abbildung: Ein Klemmbrett mit einem leeren Blatt Papier und einem bereitgelegten Bleistift illustriert das Sammeln von auffälligen Verhaltensmerkmalen des Auszubildenden.

 

 

Foto: Ausbilder im Teamgespräch zuhörend.

Checkliste zur Problemanalyse bei Verhaltensauffälligkeiten

Entscheiden Sie, welche Ursachen Sie selbst im Rahmen der Ausbildung bearbeiten können und bei welchen Sie Hilfe von außen benötigen.

Entwickeln Sie im Team gemeinsame Handlungsstrategien gegenüber dem Auszubildenden bzw. Strukturen in der Durchführung der Ausbildung, die sein Verhalten ändern können.

Welche Handlungsstrategien sind geeignet, Verhaltensänderungen herbeizuführen?

Um Lernbeeinträchtigungen zu überwinden muss der Kreislauf von Defiziten, Misserfolgen und gestörtem Selbstbewusstsein durchbrochen werden. Ein guter Ansatzpunkt ist die Steigerung des Selbstwertgefühls.
Achten Sie dabei darauf, wie weit die Beeinträchtigungen bereits ausgeprägt sind:

Welche Hilfen von außen können in Anspruch genommen werden?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Bewältigung der Lern- und Verhaltensprobleme Ihre eigenen Kompetenzen und Einflussmöglichkeiten übersteigt, sollten Sie unbedingt eine Beratungsstelle einschalten. Je nach Problemlage können die Sozialpsychologischen Dienste, die Drogenberatungsstellen oder die Berufsberatungen der Arbeitsämter weiterhelfen.

Glossar

 

Lernschwierigkeiten

Lernschwierigkeiten sind das Ergebnis von Lernstörungen, die in vielfältiger Art auf den Auszubildenden einwirken, und ihn am Lernen hindern können. Individuelle Ursache kann eine Lernschwäche sein, die den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten hemmt. Es entsteht ein Kreislauf, der laufend neue Probleme aufbaut und damit Leistungsdefizite und Verhaltensauffälligkeiten immer weiter verstärkt.

Berufsberatungen der Arbeitsämter

Bildungseinrichtungen bieten im Rahmen des Benachteiligtenprogramm der Bundesanstalt für Arbeit ausbildungsbegleitende Hilfen an, die individuellen Förderunterricht und sozialpädagogische Betreuung beinhalten.

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