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Montag, 27.02.2012
Auslandserfahrung: Kompetenzzuwachs für Benachteiligte?
NA beim BIBB veröffentlicht Ergebnisse einer Studie
Im Rahmen dieser Studie hat die NA beim BIBB Auszubildende der Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BAE) befragt, die während ihrer Ausbildung einen Lernaufenthalt im Ausland absolviert hatten. Mit der Studie sollte erforscht werden, welche Auswirkung Auslandserfahrung auf den Erwerb personaler und sozialer Kompetenzen hat und ob diese die Beschäftigungsfähigkeit von benachteiligten Jugendlichen erkennbar verbessert. Untersucht wurde auch, ob Auslandsaufenthalte für benachteiligte Auszubildende bei der Vermittlung in Beschäftigung nützlich sind. Zudem wurden die Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Durchführung der Mobilitätsprojekte mit Benachteiligten erforscht und Handlungsempfehlungen entwickelt.
In Bezug auf die Kompetenzzuwächse und Beschäftigungsfähigkeit kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: Auslandsaufenthalte stärken die Selbstkompetenzen der benachteiligten Jugendlichen und sie gewinnen durch die Mobilität besonders bei den Sozialkompetenzen. Konstatiert wird ein bedeutender Sprung in der Persönlichkeitsentwicklung , ein gestiegenes Selbstwertgefühl und damit beachtliche Motivationssteigerungen. Dies wirke sich auf eine erhöhte Beschäftigungsfähigkeit aus.
Untersucht wurde auch, wie sich die Berufschancen durch die Auslandspraktika verändert haben. Hier zeigte sich, dass besonders Kleinbetriebe die Auslandserfahrung der Zielgruppe nicht ernst nehmen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Kleine Betriebe zeigen sich wenig offen für das Potential von Auslandsaufenthalten, weil ihnen die Wirkung zu wenig bekannt ist. Auch ergab die Studie dass das Auslandspraktikum nicht systematisch in das Vermittlungskonzept integriert ist. Die Betriebe sind nicht ausreichend darüber informiert, welche ihrer Praktikanten und Praktikantinnen an einem Auslandsaufenthalt teilgenommen haben.
Von daher kommt die Studie in ihren Handlungsempfehlungen zu dem Schluss, dass die Verwertung der Kompetenzzuwächse und erhöhten Beschäftigungsfähigkeit der Benachteiligten gezielter für die (Selbst-)Vermarktung der benachteiligten Jugendlichen bei der Integration in Beschäftigung genutzt werden sollte. D.h. eine offensive Darstellung in Bewerbungsunterlagen als auch die selbstbewusstere Kommunikation der Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen über ihre Auslandserfahrungen und Kompetenzen sollte ebenso wie die Information der Betriebe über Mobilität während der Ausbildung forciert werden.
Für die erfolgreiche Durchführung von Auslandspraktika fordert die Studie erhöhte personelle Ressourcen, denn der pädagogische Aufwand bei der Umsetzung sei größer. Dies werde u.a. bedingt durch eine umfassende Nachbereitung der Lernergebnisse, die notwendig sei, um Nachhaltigkeit bei Motivation und erworbenen Kompetenzen zu festigen.
Insgesamt habe sich das Konzept „vorbereitendes Betriebspraktikum im Ausland“ bewährt. Laut Studie könnte eine Verlängerung oder Wiederholung des Auslandspraktikums die beruflichen Handlungskompetenzen insgesamt vertiefen - insbesondere auch bei den Fachkompetenzen - und so ein stärkeres Gewicht in der Anerkennung der Betriebe erlangen. Wichtig sei dabei die Bescheinigung der Kompetenzzuwächse für Benachteiligten durch die Beschreibungen der erworbenen Kompetenzen im EUROPASS Mobilität. Nur so werden sie anerkannt und für alle Seiten kommunizierbar und verständlich.
Die vollständige Studie kann auf der Website der NA beim BIBB nachgelesen werden:
Studie (PDF)
"Grenzüberschreitende Mobilität bei sozial benachteiligten Jugendlichen in der Berufsausbildung - Kompetenzerwerb und besonderer Nutzen der Auslandserfahrung"
Weitere Informationen
Nationale Agentur Bildung für Europa
beim Bundesinstitut für Berufsbildung
(NA beim BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/107-1676
Fax.: 0228/107-2964
E-Mail: na@bibb.de
impuls 44: Mobilität - Kompetenzzuwachs für Benachteiligte


