Best Practice
Mittwoch, 22.02.2012
Flexicare 50+: Pflegekräfte erproben computergestütze Weiterbildung in Kliniken
Das Projekt entwickelt und testet E-Learning für erfahrene Fachkräfte in der Pflege
In Deutschlands Kliniken, Pflegestationen und in der häuslichen Pflege arbeiten rund 860.000 Pflegekräfte. Fast 200.000 von ihnen befinden sich im letzten Drittel ihres Arbeitslebens und blicken bereits auf viele Dienstjahre zurück. Diese Gruppe befindet sich in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite fordert der Gesetzgeber, dass das pflegerische Handeln dem wissenschaftlichen „State of the Art“ entspricht. Auf der anderen Seite müssen die Fachkräfte in der Pflege ihren anstrengenden Berufsalltag bewältigen und aus der Situation heraus verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Wie funktioniert in diesem Kontext die berufliche Weiterbildung?
Das dreijährige Förderprojekt „Flexicare 50+“, das von den Partnern SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera, e/t/s didactic media und MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung durchgeführt wird, will im KatholischenKlinikum Bochum, im Karolinen-Hospital Hüsten und im Klinikum Niederberg in Velbert E-Learning-Konzepte etablieren, mit denen neue Bildungsangebote für Fachkräfte geschaffen werden. Die folgenden drei Szenarien werden entwickelt und erprobt:
- Micro-Learning: In enger Zusammenarbeit mit Fachkräften in der Pflege werden in diesem Szenario Mini-Lernlektionen zu aktuellen Themen entwickelt, die sie genau dann nutzen können, wenn das Thema im Berufsalltag auftaucht.
- Blended Learning: Fachkräfte in der Pflege müssen auch wissenschaftliche Ergebnisse im Berufsalltag zu Rate ziehen. Um diese Erkenntnisse einzuordnen, zu bewerten und zum Wohl der Patienten anzuwenden, werden in diesem Szenario klassische Seminare, internetbasierte Lektionen und Veranstaltungen im Virtuellen Klassenzimmer miteinander kombiniert.
- Community of Practice: Dieses Szenario bietet die Möglichkeit, sich via Internet über verschiedene berufsbezogene Themen auszutauschen. So helfen sich erfahrene Fachkräfte gegenseitig, ihren anspruchsvollen Berufsalltag zu bewältigen.
In der Hattinger Klinik Blankenstein standen am 30. November 2011 die Vertreter der drei Projektpartner SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera, e/t/s didactic media und MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung auf der ersten gemeinsamen Informationsveranstaltung Rede und Antwort. Kann ich mit einem Tablet-PC wirklich überall lernen? Sollte ich die Azubis fragen, wie man ein iPad nutzt? Wie kann ich mich gegen Computerviren schützen? Und wie teilt man sich einen Tablet- PC mit mehreren Lernern? Die über 100 Lernteilnehmerinnen und -teilnehmer am Projekt „Flexicare 50+“ aus drei Klinikverbünden in Nordrhein-Westfalen waren sehr neugierig und motiviert, die neuen Lernmittel ab Frühjahr 2012 in den Krankenhäusern einzusetzen.
In den nächsten Wochen werden werden die ersten kurzen Lernlektionen für mobile Endgeräte zur Verfügung stehen. Die Erprobung der Szenarien in den Kliniken startet dann im Laufe des ersten Halbjahres 2012. Erste Ergebnisse der Arbeit von „Flexicare 50+“ sind in den nächsten Monaten zu erwarten.
Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Margot Sieger (SRH Fachhochschule für Gesundheit Gera) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) gefördert. Die Laufzeit des Projekts im Rahmen des Förderprogramms „Neue Medien in der beruflichen Bildung“ endet am 31. Juli 2014.
Weitere Informationen
Ansprechpartner:
MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung
Dr. Lutz Goertz
Folkwangstr. 1
45128 Essen
Tel.: +49 201 72027-0
Fax: +49 201 72027-29
E-Mail: flexicare@mmb-institut.de
Informationen zu Flexicare 50+
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