Elektronische Medien für das Lernen mit Lernaufgaben
Drei Musterprogramme zur Unterstützung des Lernens mit Lernaufgaben durch elektronische Medien werden hier vorgestellt.
Instandsetzen eines ABS an einem PKW
Turmdrehkran in Betrieb nehmen
Aufbau eines W-LAN
Alle drei Programme sind nach dem Konzept der Lernaufgaben aufgebaut. Sie gliedern einen Arbeitsprozess oder eine Kernaufgabe in einzelne Teilaufgaben. Damit wird die jeweils komplexe Gesamtaufgabe in einzelne, möglichst leicht zu bewältigende Einzelaufgaben zerlegt.
Zu allen Lernaufgaben gibt es Leitfragen. Die Leitfragen sollen den Lernenden helfen, sich für die Ausführung der Aufgaben notwendigen Fachkenntnisse zu erarbeiten. Leitfragen sind keine Testfragen, sondern dienen zur Anleitung des Selbstlernprozesses.
Zusätzlich werden in den Programmen Begriffsnetze und Flussdiagramme zur visuellen Unterstützung des Lernprozesses genutzt. Begriffsnetze zeigen jeweils Zusammenhänge verschiedener Fachbegriffe. Flussdiagramme sind visuelle Abbildungen von Arbeitsabläufen. Im Programm W-LAN Aufbau wird darüber hinaus zu jeder Aufgabe ein Entscheidungsablauf grafisch dargestellt. Die Verwendung dieser grafischen Elemente, die auch als kontextbezogene Visualisierungen bezeichnet werden, sollen dazu beitragen, elektronischen Medien nicht entsprechende längere Textpassagen zu vermeiden. Die hier eingesetzten Visualisierungsformen gelten zudem als lernfördernd, dies gilt ganz besonders für die Begriffsnetze, weil davon ausgegangen wird, dass auch das menschliche Gehirn Begriffe in vergleichbarer Form miteinander verknüpft. Die Entscheidungsdiagramme folgen dem Prinzip der Ziel-Bedingungen-Mittel-Einheiten. In der Arbeitswissenschaft wird angenommen, dass Fachkenntnisse vor allem in solchen Einheiten gedanklich gespeichert und wieder abgerufen werden.
Siehe hierzu: Visualisieren mit Maps
Bei allen Gemeinsamkeiten dieser drei Programme gibt es auch Unterschiede, die sich mit den jeweils vorgesehenen Nutzungen erklären lassen.
Inbetriebnahme eines Turmdrehkranes
Das Programm zur Inbetriebnahme eines Turmdrehkranes ist für den Einsatz in einer Gruppenunterweisung in der Weiterbildung vorgesehen. Die Teilnehmer solcher Weiterbildungen sind üblicherweise bereits im Baubereich tätig und kennen deshalb die Rahmenbedingungen für den Kraneinsatz. Die Begriffsnetze dienen hier gleichermaßen als Lernanreiz und als Lernerfolgskontrolle. Dazu sind jeweils einzelne Begriffsfelder leer gelassen und sollen von den Lernenden selbst ergänzt werden. Für den Einsatz des Programms wurde davon ausgegangen, dass die Teilnehmer nicht jeder vor einem eigenen PC sitzen, sondern das Programm und die Leitfragen über einen Beamer der ganzen Gruppe präsentiert wird. Die Begriffsnetze werden für alle Teilnehmer als Arbeitsblätter ausgedruckt. Die Teilnehmer sollten zunächst einzeln die Ergänzung der Begriffsnetze vornehmen. Die Antworten werden dann gemeinsam diskutiert und ggf. korrigiert.
Ergänzt wird dieses Programm durch ein Glossar und einen Kenntnistrainer. (Flash Animation)
Turmdrehkran in Betrieb nehmen − Ausbilder (Flash Animation)
Instandsetzung eines ABS
Das Programm für die Instandsetzung eines ABS entspricht einem der 14 für die Ausbildung im KFZ-Handwerk vorgesehenen Lernszenarien. Es nutzt auch Begriffsnetze als Lückenfüllprogramm. Es kann sowohl für die Gruppenunterweisung als auch für einzelne Auszubildende im Werkstattkontext eingesetzt werden. Dieses Programm enthält keine Fachinformationen. Es wird vorausgesetzt, dass sich die Auszubildenden aus anderen Quellen, insbesondere aus Informationsmaterialien der Hersteller, informieren.
Im Werkstattkontext kann das Programm direkt zur Vorbereitung auf die Bearbeitung realer Aufgaben eingesetzt werden. Dabei sollte jeweils nur eine Teilaufgabe bearbeitet werden. Da das Programm keine Überprüfung der Antworten vorsieht, sollte es immer eine Kontrolle der richtigen Antworten durch eine Fachkraft geben.
Instandsetzung eines ABS (Flash Animation)
Aufbau eines W-LAN
Im Gegensatz zu den beiden ersten ist das Programm zum Aufbau eines W-LAN nur für den Einsatz in der betrieblichen Praxis konzipiert. Entsprechende Aufträge werden nicht in einer eigenen Werkstatt, sondern beim Kunden durchgeführt. Das Programm soll die Vorbereitung auf entsprechende Aufträge beim Kunden unterstützen. Dafür wird von einem Gespräch mit einer begleitenden Fachkraft ausgegangen.
Typisch für solche Aufgaben im IT-Bereich ist, dass sie mehr Kopf- als Handarbeit erfordern. Deshalb gibt es zu jeder Teilaufgabe ein Entscheidungsdiagramm. Damit werden Auszubildende zu einer genauen Analyse der Auftragsbedingungen aufgefordert. Der Einsatz solcher Entscheidungsdiagramme ist besonders dann sinnvoll, wenn damit reale Anforderungen an die zu realisierende Lösung ermittelt werden.
Das Programm kann sowohl direkt am PC als auch in ausgedruckter Form genutzt werden. Die einzelnen Teilaufgaben sind so kurz, dass sie sich auch gut zur Wiederholung eignen.
Aufbau eines W-LAN (Flash Animation)


