Aktuelles
Freitag, 14.01.2011
Ausbildung auch mit schlechten Schulnoten
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken suchen die Unternehmen nach neuen Lösungen.
Nicht Lehrstellen, sondern geeignete Bewerber werden langsam knapp. Handwerkspräsident Otto Kentzler warnte kürzlich in einem Interview mit der Rheinischen Post (3. Januar 2011) vor einem drohenden Fachkräftemangel. Er fordert die Handwerksbetriebe auf, ihre gut ausgebildeten Gesellen zu halten und nicht in andere Wirtschaftsbereiche abwandern zu lassen. Gleichzeitig soll die Werbung um Azubis intensiviert werden. Die Bewerberlücke wachse von Jahr zu Jahr, stellt Kentzler angesichts mindestens 7000 unbesetzter Lehrstellen im Handwerk fest.
Um die Bewerberlücke zu füllen, sehen sich inzwischen einige Betriebe zunehmend gezwungen Jugendliche, die bisher als nicht ausbildungsreif angesehen wurden, einzustellen und entsprechend zu fördern. Eine DIHK-Unternehmensbefragung, die im April 2010 durchgeführt wurde, zeigte schon, dass viele Unternehmen selbst Nachhilfe anbieten oder andere Maßnahmen ergreifen, um Jugendliche fit für die Ausbildung zu machen.

ZDF Morgenmagazin 14.01.2011:
Ausbildung trotz schlechtem Schulzeugnis
Aktuell berichtet jetzt das ZDF in seiner Morgenmagazinsendung vom 14.01.2011, dass Unternehmen zunehmend auch Jugendliche mit schlechten Schulzeugnissen einstellen. Dabei werden die Jugendlichen bevorzugt in Ausbildungsverhältnisse mit zweijähriger Ausbildungsdauer eingestellt. Viele Jugendliche erscheint das Angebot attrakiv: Eine kurze Lehre mit viel Praxis, und hinterher schnell im Beruf Geld verdienen. Der ZDF Beitrag stellt Beispiele vor und porträtiert kurz die Positionen der DIHK und des DGB zu zweijährigen Ausbildungsberufen. Ein Beispiel von Siemens zeigt wie mit Nachhilfe auch benachteiligten Schüler eine Ausbildung finden können.
Nachhilfeunterricht kann von der Arbeitsagentur gefördert werden. Der Nachhilfeunterricht dauert 3 bis 8 Stunden in der Woche, je nach Bedarf. Er findet meistens außerhalb der Ausbildungszeit statt. Die sog. Ausbildungsbegeleitenden Hilfen (abH) beinhalten individuell zugeschnittene Lernunterstützung sowie sozialpädagogische Betreuung für Jugendliche in betrieblicher Ausbildung. Die abH werden von Bildungsträgern bereitgestellt.
Gefördert werden Jugendliche, denen ohne “Nachilfeunterricht” ein Abbruch der Ausbildung droht. Bildungsmaßnahmen, die eine betriebliche Ausbildung unterstützen und über betriebs- und ausbildungsübliche Inhalte hinausgehen, z. B. Stützunterricht zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten sowie zum Erlernen von Fachpraxis und Fachtheorie. Sozial benachteiligte Azubis können sozialpädagogisch begleitet werden.
Die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) sind für den Jugendlichen und den Betrieb kostenlos. Die Agentur für Arbeit arbeitet mit Trägern zusammen, die den “Nachhilfeunterricht” durchführen. Die Kosten werden direkt von der Arbeitsagentur an den Träger gezahlt. Der Auszubildende kann einen Zuschuss zu den Fahrkosten erhalten, wenn sie über seine üblichen Fahrkosten zum Ausbildungsbetrieb hinausgehen.
Weitere Informationen
Bundesagentur für Arbeit:
Informationen für Betriebe: Ausbildung lohnt sich
Tel.: 01801 664466
Unternehmen / Finanzielle Hilfe / Ausbildung


