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Mittwoch, 08.09.2010

PraxisLerntag - Berufsorientierung an Hamburger Schulen

Ein Modell zur Förderung des Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung


Hamburger Schulen bieten mit dem PraxisLerntag ein besonderes Konzept der Berufsorientierung an. Schüler arbeiten als Praktikanten ein Jahr lang einmal pro Woche in einem Betrieb.


Logo: PraxisLerntag und Fotos von Schülern in Betriebspraktika

In vielen Bereichen der Wirtschaft sind die Anforderungen an die fachlichen und außerfachlichen Qualifikationen gestiegen. Für die Absolventinnen und Absolventen mit Hauptschul- oder gleichwertigem Abschluss ist es unter diesen Bedingungen zunehmend schwerer, den Übergang in eine betriebliche Berufsausbildung zu erreichen. Allgemeinbildende Schulen müssen auf diese Situation eingehen mit neuen Konzepten, die eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen Berufs- und Lebensplanung durch das Einbeziehen von praxisorientierten und berufsnahen Lern- und Handlungsfeldern ermöglichen.
 
Zahlreiche Hamburger Schulen, die auch zum Hauptschulabschluss führen, haben deshalb das Modell PraxisLerntag in ihr schulisches Curriculum integriert. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 bis 10  lernen und arbeiten innerhalb dieses Jahres in zwei oder drei verschiedenen Betrieben. Durch die Verbindung von Schule und außerschulischen Lernorten in Unternehmen soll die Anschlussfähigkeit der Bildungsgänge und die Berufsreife der Schülerinnen und Schüler gestärkt sowie die Quote derer, die einen Ausbildungsplatz erhalten, erhöht werden.
 
Für die Berufsorientierung hat der Praxislerntag besondere Vorteile: Ein Schüler lernt ein Berufsbild zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres kennen. Außerdem kann er, da er immer am selben Tag in der Woche im Betrieb ist, Routinen erwerben und nach einiger Zeit unter Anleitung Aufgaben selbstständig übernehmen.
 
In der Schule wird der Praxislerntag vorbereitet. DieSchüler üben Bewerbungen zu schreiben und Lebensläufe zu verfassen. Trainiert werden auch Telefonsituationen, um auf diesem Weg Kontakt zu einem Unternehmen aufzubauen, und Bewerbungsgespräche.Während des Praktikums kommt auch der Lehrer in den Betrieb, um zu sehen, ob alles gut läuft. Der Praxislerntag beginnt mit einer Einführungswoche im Betrieb. Danach folgt für ein halbes Jahr jeweils ein Praktikumstag pro Woche. Nach Abschluss des Praktikums müssen die Schüler eine „Besondere betriebliche Lernaufgabe“ erfüllen, die sie in der Schule präsentieren.
 
Die Kooperation mit den Schulen hat für die Betriebe Vorteile: Sie lernen die Schüler und Schülerinnen mit ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen kennen und  können die Schule auf unterrichtliche Ergänzungen im Hinblick auf notwendige Qualifikationen aufmerksam machen. Potenzieller Nachwuchs kann über eine längere Zeit beobachtet werden.
 
Mit diesem  Konzept zur schulischen Berufsorientierung soll gewährleistet werden, dass Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Berufswünsche entwickeln, in der Praxis erproben und überprüfen können. Dabei können sie eine realistische Vorstellung von den Erwartungen und Anforderungen im späteren Berufsleben erwerben, eigenverantwortliches zielgerichtetes Handeln im Betrieb und in der Schule umsetzen und ihre Chancen im Hinblick auf die richtige Wahl eines Ausbildungsberufes verbessern. Nebenbei werden für die Schüler Bewährungssituationen mit „Ernstcharakter“ geschaffen, Erfahrungen der Selbstwirksamkeit in betrieblichen Kontexten ermöglicht, Erfolgserlebnisse organisiert, das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen gefördert und positive Persönlichkeitsentwicklungen unterstützt.


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Weitere Informationen

Logo: Hamburg.deBehörde für Schule und Berufsbildung
Hamburger Straße 31 22083 Hamburg
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Tel.: 040 428632301
Fax: 040 428633072

E-Mail: frank.penner@bsb.hamburg.de

Internet: www.hamburg.de/praxislerntag




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