Best Practice
Donnerstag, 10.06.2010
Initiative JOBLINGE schafft Chancen für junge Menschen
JOBLINGE bietet jungen Menschen, die Anschluss an die Arbeitswelt suchen, Qualifizierung in der Praxis mit persönlicher, individueller Förderung verbunden mit der konkreten Aussicht auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
Jeder zweite Hauptschulabgänger in Deutschland hat ein Jahr nach Verlassen der Schule noch keinen Ausbildungsplatz. Auf schriftliche Bewerbungen erhalten die Jugendlichen Absagen, in Praktika und Qualifizierungsprogrammen verbringen sie Warteschleifen, ohne an ihr eigentliches Ziel zu kommen: zu einem echten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, der ihren Wünschen, aber auch Stärken und Interessen entspricht.
JOBLINGE wurde im Jahr 2007 als gemeinsame Initiative der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group ins Leben gerufen. Die Initiatoren haben seitdem – unterstützt von einem Netzwerk aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und drittem Sektor – das Konzept entwickelt, umgesetzt und auf lokaler Ebene weitere Kooperationspartner gewonnen, die sich für Jugendliche und junge Erwachsene ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz engagieren.
Den arbeitslosen Jugendlichen eröffnen sich in einem praxisorientierten Programm konkrete und nachhaltige Berufs- und Zukunftsperspektiven, die sich an ihren individuellen Stärken und Interessen orientieren. Ziel ist es, sie nachhaltig in eine Ausbildung oder Anstellung zu integrieren. Drei Ansätze sind dabei entscheidend: die individuelle Betreuung der Jugendlichen durch ehrenamtliche Mentoren, eine maßgeschneiderte Qualifizierung und die passgenaue Praxisvermittlung in Kooperationspartner.
JOBLINGE verbindet die Interessen – und vernetzt die Kompetenzen – unterschiedlicher Akteure:
- Engagierte Bürger, die als ehrenamtliche Mentoren mit Berufs- und Lebenserfahrung junge Menschen für eine gewisse Zeit auf ihrem Weg ins Arbeitsleben begleiten und unterstützen. Kooperationspartner, die bereit sind, jungen Menschen die Chance zu geben, sich in der Praxis zu bewähren und ihre Stärken zu entdecken.
- Bildungsträger, die qualifizierende und fördernde Angebote für Jugendliche bereitstellen.
- Sowie zahlreiche weitere Multiplikatoren, die ihre Kompetenzen und Expertise einfließen lassen.
Die langfristige Kooperation spiegelt sich in der Organisation der Initiative wider: JOBLINGE wird auf lokaler Ebene getragen von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAG), in denen sich die Partner der Initiative langfristig engagieren und den Erfolg sicherstellen.
Das mehrmonatige praxisorientierte Programm für die Jugendlichen ist in fünf Phasen gegliedert:
- In der Auswahlphase lernen die Jugendlichen das JOBLINGE-Programm im Rahmen von interaktiven Informationsworkshops kennen und „qualifizieren“ sich anschließend, indem sie freiwillig in einem gemeinnützigen Projekt mitarbeiten – etwa bei Aufräumarbeiten in einem Biotop helfen oder andere Einrichtungen unentgeltlich unterstützen.
- Im Anschluss sammeln sie in einem Qualifizierungspraktikum bei einem JOBLINGE-Kooperationsunternehmen Arbeits- und Berufserfahrungen (Praxisphase).
- In der nächsten Etappe – dem Bewerbungspraktikum – wird es ernst: Die Joblinge qualifizieren sich in der betrieblichen Praxis eines Partnerunternehmens für „ihren“ Ausbildungs- oder Arbeitsplatz (Probephase).
- Wenn die Voraussetzungen für beide Seiten stimmen, erhalten sie einen Ausbildungs- oder Anstellungsvertrag (Anschlussphase).
An zwei Standorten ist die Initiative JOBLINGE mit ihren lokalen Kooperationspartnern derzeit engagiert:
- Als Pilot im ländlichen Raum hat die Joblinge gAG Zwiesel (seit Herbst 2009: Joblinge gAG Bayewald) im Mai 2008 ihr Engagement begonnen.
- Ab April 2009 ist die Joblinge gAG München im städtischen Raum aktiv.
Nach positiven Erfahrungen und Vermittlungserfolgen in den Pilotstädten bereiten die beiden Initiatoren die Gründung von Joblinge gAGs an weiteren Standorten vor. Per Social-Franchising-System soll das bewährte Konzept auf andere Städte übertragen und auch dort mit Hilfe lokaler Träger und Partnernetzwerke umgesetzt und etabliert werden. Die Initiatoren übernehmen dabei die Weiterentwicklung von Konzept und Programm, die Auswahl und den Aufbau neuer Standorte sowie die bundesweite Koordination und Unterstützung der lokal eingebundenen gAGs.
Weitere Informationen
Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG
Amiraplatz 3
Luitpoldblock
80333 München
Tel.: 089-382 22501
E-Mail: kuenheim-stiftung(at)bmw(dot)de
The Boston Consulting Group GmbH
Ludwigstrasse 21
80539 München
Tel.: 089-2317 4584
E-Mail: garanin.ulrike(at)bcg(dot)com
Weitere Informationen zu Initiativen und Projekte finden Sie in foraus.de unter
dem Themenschwerpunkt Berufsorientierung
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