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Thema: Azubi ist zu dick

  1. #1
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    Ausrufezeichen Azubi ist zu dick

    Wir haben seit dem 01.09.2011 einen neuen Azubi. Ich bin normalerweise gänzlich abgeneigt Vorurteile in die Gesellschaft zu streuen. Aber dieser Junge wiegt sage und schreibe 150 kg, ist 17 Jahre alt und ist in seiner Bewegungsfähigkeit, sagen wir mal - "stark eingeschränkt".
    Das Gute: Er hat selbst bereits gemerkt, dass er beruflich kaum einen Chance haben wird, wenn er weiterhin so "unbeweglich" ist. Ich muss dazu sagen, bei unserem Betrieb handelt es sich um eine Vertragswerkstatt (Kfz) und für Ihn ist es nicht möglich, länger als 5 Minuten über Kopf zu arbeiten, er sagt die Arme würden ihm "zu schwer".
    Er klagt über Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen - bereits 16 Krankheitstage. Ich habe bereits mit meinem Chef über diese Situation gesprochen, wollte diesem Jungen nicht zu nahe treten. Mein Chef hat dann aber den Bogen überspannt und ihn als "fette Sau" und "Bullenfresse" beschimpft, jetzt hat er eine Klage am Hals wegen Mobbing.

    Meine Frage ist nun, kann unser Betrieb diesem Jungen doch nahe legen, dieses Beschäftigungsverhältnis aufzukündigen, er würde hier nicht glücklich.
    Was soll ich tun?

    Gruss flugelch.

  2. #2
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    Standard Azubi ist zu dick

    Guten Tag:
    Ich kann kaum glauben, was ich da lesen muss:
    Da ist das Allgemeine Gleichbehandlungsesetz (AGG) seit nunmehr 5 1/2 Jahren in Kraft, und viele Unternehmen haben immer nocht nicht begriffen, dass sich Diskriminierungen nicht nur moralisch-ethisch von selbst verbieten, weil nicht diskriminiert zu werden ein MENSCHENRECHT ist, sondern mittlerweile auch der Ächtung durch die Rechtsordnung unterliegen:
    Übergewichtigkeit (Adipositas) ist eine BEHINDERUNG und damit ein DISKRIMIERUNGSMERKMAL gem. § 1 AGG.
    Beschimpfungen und Verspottungen sind daher BELÄSTIGUNGEN WEGEN EINER BEHINDERUNG ( § 3 Abs. 3 AGG): Der Azubi hat schon allein deswegen einen SCHMERZENSGELDANSPRUCH gegen den Ausbildungsbetrieb IN EMPFINDLICHER HÖHE, und außerdem natürlich einen ebenso klagbaren Anspruch auf Unterlassung und ggfs. ENTSCHULDIGUNG.
    Sollte der Betrieb gar eine Kündigung erwägen oder gar aussprechen, hat der Betrieb EIN WEITERES SCHMERZENSGELD IN NOCH EMPFINDLICHERERE HÖHE VERWIRKT.
    Außerdem müsste er dann dem Azubi DEN GESAMTEN MATERIELLEN SCHADEN ERSETZEN, also mindestens ALLE ENTGANGENEN BERUFSEINSTIEGSLÖHNE, die er wegen späteren Ablegens der Prüfung nicht erhalten haben würde.
    Ich empfehle dem Betriebsinhaber DRINGEND, für sich und alle MitarbeiterInnen schleunigst eine AGG-Schulung zu besuchen!!!!
    In diesem Sinne
    Peter Weiss
    Rechtsanwalt und Dozent, ua. im ADA-Bereich
    Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Antidiskriminierungsrecht
    Zertifiziert vom European Antidiscrimination Council London
    http://rapweiss.de
    Geändert von martin.pfaff (16.03.2012 um 08:11 Uhr) Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

  3. #3
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    Standard Azubi ist zu dick

    ja ist schon erschreckend zu erfahren das sowas heutzutage noch zutreffen kann!
    gesetze hin oder her...wenn es ein großer kfz betrieb ist...zahlen sie das leider und dann wars das auch für sie kommen sie vielleicht billiger weg als wenn sie ihn durchschleppen aber ihn trotzdem nicht haben wollen. Ausbildung ist ja leider nicht so billig!!
    hab selten wieder sowas erschreckendes gelesen ganz ehrlich....ich hoffe du hast denen das mitgeteilt wegen der schulung!!
    Geändert von martin.pfaff (16.03.2012 um 08:11 Uhr) Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

  4. #4
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    Standard Azubi ist zu dick

    Ich hätte eher versucht mit dem azubi am Gewicht zu arbeiten, sofern dieser dafür offen ist. Mit Beschimpfungen wird das sicher nichts.
    Geändert von martin.pfaff (16.03.2012 um 08:12 Uhr) Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

  5. #5
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    Standard AW: Azubi ist zu dick

    Puuh, der Chef ist ja wirklich daneben... Sicher, es ist nicht schön, dass jemand in so jungem Alter so dick ist. Aber wer mit 17 so viele Kilo auf den Rippen hat, bei dem liegt das doch sicher auch an der Erziehung oder nicht? Hätte man ihm da nicht lieber unter die Arme greifen sollen statt ihm das Leben noch schwerer zu machen?
    „Man liebt das, wofür man sich müht, und man müht sich für das, was man liebt.“

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