Meine Sohn hat die "9. Klasse" einer Förderschule dem Vernehmen nach mit gutem Erfolg absoliert und präsentierte mir voller Stolz sein "Zeugnis".
Die Lehrerschaft bestätigt auf Anfrage, dass die geistigen Pfauenräder, die man dort verfasst hat, Einsen und Zweien entsprechen (mit Ausnahme einer 3 im Werken). So weit, so gut - oder eben auch schlecht!
Denn das ist das Zeugnis, mit dem er sich um eine Ausbildungsstelle bewerben muss. Ich bin seit 22 Jahren selber Ausbilder und habe oft genug Bewerbungen auf den Tisch bekommen. Und danach sind Entscheidungen gefällt worden, die u. U. Wohl und Wehe der Zukunft eines jungen Menschen ausmachen konnten. Dessen war ich mit immer bewusst - aber in erster Linie zählen nun mal die Interessen des Arbeitgebers.
Und nun stelle ich mir die Situation eines Entscheiders im Betrieb vor, der es mit vielleicht 45 Bewerbungen auf eine Stelle zu tun hat. 43 davon kommen aus der klassischen Schullandschaft, haben Einsen, Zweien, Vieren etc. vorzuweisen. Und 2 Menneken versuchen sich mit enem Zeugnis der Förderschule, in dem heiße Luft geblasen wird.
Nun ja - Junior hat aus seinen Praktika heraus 2 Angebote stehen und wird hoffentlich den Hauptschulabschluss erreichen können. Aber ganz allgmein: hier liegt ein Zeugnis ohne Wert vor! Das ist die Sicht des langjährigen Ausbilders. Dieses "Zeugnis" ist nicht lesbar! Und ich sehe die Gefahr, dass deswegen in Auswahlverfahren Bewerbungen, die ohnehin schon durch die "Sonderschule" stigmatisiert sind, bevorzugt ausgesondert werden.
Hat hier jemand Erfahrungen gesammelt oder kennt jemand Ansprechpartner, die stichhaltige Vorschläge machen können?
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