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Thema: Konflikte zwischen Ausbilder und Azubi

  1. #1
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    Standard Konflikte zwischen Ausbilder und Azubi

    Hallo!
    ich bin im sozialen Bereich tätig, habe zwar meinen AdA-Schein gemacht, bin zurzeit aber nicht als Ausbilder tätig. Die Ausbildung macht mein Kollege.

    Nun haben wir einen Auszubildenden bekommen, mit dem wir mehrere Probleme haben.
    Er hat sich mir anvertraut, weil er vor seinem eigentlichen Ausbilder wohl etwas Angst hat, weil dieser ihn (nach der Aussage des Azubis) nicht ausreden lassen würde und stets sofort als Lügner darstellt, wenn er ihm erzählt wie er die Situation wahrnimmt. Zudem sagte der Azubi dass sein Ausbilder oft sehr abwertend mit ihm spricht, ihm abwertende Blicke zu wirft und ihm sagte, dass er gar keine Selbstwahrnehmung hätte. Jedenfalls ist zwischen den beiden (meinem Kollegen und dem Azubi) kein wirkliches Vertrauen entstanden. Wodurch auch einige Probleme entstehen. Mein Kollege beklagt sich, dass der Azubi sich ihm gegenüber nicht öffnet. Nur leider habe ich meinem Kollegen gegenüber keine Weißungsbefugnis und dementsprechend nimmt er meine Eindrücke ebenfalls nicht ernst und meint ich solle mich besser da heraus halten.
    Nun ist es so, dass der Azubi einmal vor mehreren Kollegen verbal entgleist ist und einer Kollegin vor versammelter Mannschaft lautstark gesagt hat, dass er ihr Verhalten „frech und unverschämt“ findet. Ein Kollege sagte zu ihm er solle ruhig sein. Und der Azubi war auch sofort ruhig und schwieg sichtbar verärgert (den Rest des Tages). Mir sagte der Auszubildende später, dass besagte Kollegin ihn wohl während einem Gespräch zwischen ihm und einem weiteren Kollegen einfach weg geschuppst hätte und an seiner Stelle mit dem Kollegen gesprochen hat, obwohl der Azubi noch am Reden war. Zudem habe besagte Kollegin ihm am selben Tag einen Becher unter die Nase gehalten und gesagt er solle diesen in die Tasche legen, die sie selbst gerade offen in der Hand hält. Als dann bei einer Besprechung die Kollegin sich sichtbar weigerte (obwohl sie die Hände frei hatte) ihm eine direkt vor ihr auf dem Tisch stehende Wasserflasche zu reichen, muss er wohl verbal entgleist sein und ihr gesagt haben, dass er ihr Verhalten frech und unverschämt findet. So hat mir der Auszubildende die Situation geschildert. Die betreffende Kollegin kenne ich leider nicht richtig und kann mich zu ihr nicht weiter äußern. Aber wenn das stimmt was der Auszubildende sagt, grenzt die ganze Sache für mich schon fast an Mobbing. Zumal der Azubi angeblich auch auf besagte Kollegin zugegangen sein muss und mit ihr über die Vorfälle sprechen wollte, sie ihn aber stets dabei ignorierte.

    Sein Ausbilder hat ihn fünf Wochen nach dem Vorfall zu sich bestellt und in seinem Büro zur Rede gestellt. Der Auszubildende meinte hinterher zu mir, dass er aber nicht zu Wort kam und nur das gesagt bekam was die Kollegin zu seinem Ausbilder gesagt haben soll. Angeblich sagte sein Ausbilder auch, dass er besagter Kollegin mehr glauben kann als dem Azubi, weil er seine Kollegin schon länger kennt.

    Ich weiß mich geht der Fall eigentlich nicht wirklich etwas an, weil ich eher außenstehend bin und der Azubi nur Halbtags bei mir in der Abteilung eingesetzt ist. Aber es beschäftigt mich ebenfalls, wenn ich das jeden Tag miterleben muss und ich sehe, dass dem Azubi teilweiße fast die Tränen kommen, wenn er mir von den Vorfällen erzählt und ihm keiner glauben würde. In mir steckt aber irgendwie der Ausbilder, der dazu eine Lösung finden will. Nur leider habe ich nicht das Recht seinem Ausbilder irgendetwas zu sagen, dieser weißt mich sofort zurück und lässt nichts an sich ran (er hat einen sehr autoritären Führungsstil). Hat nicht jemand von Ihnen eine Idee was man da noch tun könnte? Wie ich die Lage ändern könnte? Denn ich habe gesehen, dass wenn man respektvoll mit dem Azubi umgeht, dass er auch gute Arbeit leisten kann. Aber wenn man ihn so respektlos behandelt ist er sehr schnell gekränkt und grübelt lange über die Sache nach wodurch dann seine Arbeitsqualität massiv leidet. Es wäre schön, wenn Sie da irgendwie weiter helfen könnten um die Lage zu entspannen.

  2. #2

    Standard Konflikte zwischen Ausbilder und Azubi

    Hallo,
    der geschilderte Fall ist für einen Außenstehenden zu komplex, um eine einigermaßen hilfreiche Antwort geben zu können. Dass Sie bisher keine bekommen haben, scheint mir das zu bestätigen.
    Vielleicht gehen Sie mal auf meine private website (www.adalbert-ruschel.de). Dort habe ich einen Text zum Thema Konflikt zum Herunterladen hinterlegt. Möglicherweise kann der Ihnen zum persönlichen Beurteilen und Verarbeiten der Situation helfen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adalbert Ruschel
    Adalbert Ruschel
    Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
    Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

  3. #3
    Registriert seit
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    2

    Standard RE: Konflikte zwischen Ausbilder und Azubi

    Vielen Dank für Ihre Antwort. Es ist natürlich richtig, dass für Außenstehende die Situation sehr komplex ist. Ihr Verweiß auf Ihre Texte bezüglich Konfliktmanagement etc. ist sehr aufschlussreich - auch dafür nochmals vielen Dank.

    Der hier vorliegende Fall hat sich bereits auf eine äußerst fragwürdige Art und Weiße erledigt. Zwei meiner Kollegen haben den Auszubildenden zu einem notorischen Lügner erklärt und damit unterstrichen, dass ein Vertrauensbruch vor liegen würde. Sie haben ihn gefragt, ob eine bestimmte Kollegin im Nachbarraum währe, der Auszubildende sagte "ja" nur war die Kollegin, als seine Aussage kontrolliert wurde in diesem Augenblick nicht im Raum, weil diese auf Toilette musste, was der Auszubildende aber nicht wissen konnte. So konnte man den Auszubildenden als "Lügner" enttarnen und ihm endlich aufgrund von Vertrauensbruch fristlos kündigen (Kündigung aus wichtigem Grund). Das alles basiert zwar nur auf "Lüge aus Unwissenheit" eignet sich aber dennoch hervorragend um unbeliebte Mitarbeiter zu entfernen, wenn sie nicht freiwillig gehen möchten.

    Der Azubi bekommt jetzt aufgrund seiner notorischen Lügen ein entsprechendes Ausbildungszeugnis ausgestellt und ich selbst habe bereits einen Platz in einem anderen Unternehmen gefunden, weil ich es dort selbst schon nicht mehr ausgehalten habe. Es ist schrecklich was in diesem Unternehmen geschieht.

    Der Azubi kann erzählen was er möchte es gibt immer zwei Personen, die deckungsgleich gegen ihn aussagen er habe böswillig und bewusst seine Vorgesetzten angelogen. Die Vorgesetzten sitzen am längeren Hebel, der Azubi ist unglaubwürdig, weil ihm bereits notorisches Lügen vorgeworfen wird und außerdem sind es ja gleich zwei Personen, die diese Lüge bestätigen können. Und die Kollegin, die im Raum sein sollte, darf natürlcih nicht gegen ihre Chefin aussagen, weil sie Angst hat, dass sie nach dem Verlust ihrer Ganztagsstelle, nun auch noch ihre Halbtagsstelle verlieren könnte und außerdem könnte sie ja genauso heraus geekelt werden wie der Auszubildende. Da deckt sie dann doch lieber ebenfalls nochmal schnell die beiden, die vorgeben den Lügner enttarnt zu haben.

    Am liebsten würde ich diesen Fall vor das Arbeitsgericht bringen. Aber wie soll das gehen, wenn gleich drei Personen sich so klar absprechen zu einem Fall der so, wie sie es darstellen gar nicht vorgefallen ist? Da fühlt man sich echt völlig hilflos.
    Geändert von martin.pfaff (15.08.2011 um 08:37 Uhr) Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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